In Cagliari riecht es morgens nach Pardulas und Mandeln, in Palermo nach frisch geröstetem Kaffee und warmen Cornetti. In Split dampfen Burek‑Bleche, in Marseille zischt die Plancha. Wer früh ankommt, erlebt Städte ohne Gedränge, teilt ein Lächeln mit Bedienungen und sammelt Kraft für Fähren, Fähnchen, Fotografien und weiterführende Züge, die manchmal direkt hinter dem nächsten Café die Türen öffnen.
Sarde in saor, pani ca’ meusa, fritto misto, supa de peix, horiatiki neben gegrilltem Oktopus: Häfen sind Lehrbücher der Küstenküche. Probier Tagesfang direkt am Kai, frag nach regionalen Sorten und einfachen Zubereitungen. Wer neugierig bestellt, zahlt selten viel, gewinnt aber Geschichten, Namen und Empfehlungen für die nächste Ankunft, die dann wie ein willkommenes Wiedersehen wirkt.
Nach dem Ablegen klingen Gitarren von Uferbars herüber, Stimmen verweben sich mit Hupen, Möwen und dem Klatschen der Leinen. In Alghero, Chania oder Valletta finden spontane Feste statt, irgendwo spielt eine Blaskapelle. Diese Geräusche tragen weit, und der Zug am Morgen fühlt sich an wie das nächste Kapitel eines fortlaufenden, freundlichen Romans über Menschen, Häfen und leuchtende Fenster.
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